Das Wien - E-Book

Das Wien - E-Book

DAS WIEN AKTUELL 4 Geschätzte Leser! Liebe Leserinnen! Schon wieder die „schlimmen“ Medien… D as Wort „Spalt-Pilz“ ist, was die Liste Pilz be- trifft, weit untertrieben! er Begriff „Atom-Pilz“ wäre hingegen viel zu deftig. Diese „Bewegung“, deren Mitglieder man auf allen zehn Fingern ab- zählen kann, ist an Peinlichkei- ten kaum zu übertreffen und erinnert an das Schicksal der Stronach-Partei. Sie sprengt sich selbst in die Luft. Einige „Stron- achianer“ flüchteten danach zu einer anderen Partei und wech- selten damit wieder einmal ihre Gesinnung wie andere die Hemden. Zurück zur Liste Pilz, die demnächst einen anderen Namen erhalten soll: Partei- Austritte, Streitereien, innerpar- teiliche Konflikte, eine Doppel- spitze beim Klub, Drohungen, Entschuldigungen, mögliche Einschüchterungsversuche usw. Selbst der Listengründer, gegen den wegen sexueller Belästi- gung ermittelt worden ist (es gilt auch hier die berühmte Un- schuldsvermutung), musste zu- geben, dass die letzten Wochen „nicht optimal“ verlaufen sind. Die Staatsanwaltschaft hat zwar Erhebungen gegen den als Auf- decker bekannten Politiker und Ex-Grünen eingestellt, die Fra- ge nach der Moral bleibt aber ungelöst im Raum stehen. Da- für geißelt Pilz die „schlimmen Medien“, spricht von einer Me- dienhatz und von „Verfolgung“. Wer allerdings selbst strenge Maßstäbe bei anderen anlegt, muss diese auch für sich gel- ten lassen. Ihre Worte, Herr Pilz! Und das beleidigte Getue über die Medien? Wer hat den bisher exzellent von Zeitungen, Rund- funk und Fernsehen gelebt?Wer hat – oftmals durchaus zu recht – über Medien mögliche Miss- stände angeprangert oder sich als Star vergangener oder künf- tiger U-Ausschüsse präsentiert? Da war jeder Notizblock, da war jedes Mikrophon hoch willkom- men. Über die Geschehnisse in dieser „Bewegung“ könnte die künftige Parteichefin, eine Lehrerin und Krimi-Autorin, tatsächlich einen Polit-Krimi schreiben. Mit Aussicht auf Er- folg. Dabei ist es mehr als ul- trapeinlich, wenn keiner der Abgeordneten, die endlich zum monatlichen 8000-Euro-Futter- trog durften, wegen des Listen- gründers auf das gut bezahlte NR-Mandat verzichtet hat. Die Liste hätte sich auf diese Weise beinah selbst aufgelöst. Und Peter Pilz faselt im Privat-TV et- was über „Anerkennung für den Einsatz seiner Leute“. Da kann nicht einmal ein Kabarettstück mithalten. Und die künftige Parteichefin Stern? Die hat als Frauenbeauftragte so gut wie auf gar nichts verzichtet – sie wird Parteichefin mit einemmo- natlichen Brutto-Salär von 8.887 Euro! Bisher erhält sie nach An- gaben ihrer Liste 5000 Euro. Was die Streitereien dieser Liste noch gezeigt haben? Das ein- malige „fette“ Pensionssystem der Kammern, die derzeit auf dem Prüfstand stehen! Betrof- fen sind vermutlich nur mehr ältere Herrschaften. So musste die Arbeiterkammer im Jahre 2015 satte 23 Millionen Euro für AK-Zusatzpensionen blechen, das sind 5 Prozent des Budgets und erinnert an ein Privilegien- Paradies der Sonderklasse! Das sieht man auch beim Fall des Liste-Pilz-Zweit-Klubobman- nes Bruno Rossmann, der in der ORF-Pressestunde höchst dramatisch seine Einkünfte of- fengelegt hat. Der gute Mann bezieht neben seinem Abge- ordnetengehalt und einer Zu- satzzahlung seiner Bewegung auch eine 5100 Pension (ein fet- ter Anteil betrifft davon die AK- Zusatzpension). Herr Rossmann bezieht mit seinen 17.000-Euro- Brutto-Bezug beinahe ein Mi- nistergehalt. Da geht es nicht um Neid-Diskussionen. Aber die Frage des Dazuverdienens (etwa beim ASVG-Pensionisten) und die Anzahl der Pflichtver- sicherungsjahre darf man ja stellen? Rossmann forderte alle anderen Abgeordneten auf, ihre Gesamtbezüge ebenfalls offen zu legen. Wie man sieht, geht es leider bei neuen Bewegungen und Listen oftmals um das liebe Geld. „Die Regierung wird sich warm anziehen müssen“, pro- phezeite Peter Pilz. Er wird den Regierungsmitgliedern genau auf die Finger sehen. Eine gute Oppositionsarbeit – gemeinsam mit SP und Neos - ist zweifellos wichtig! Zunächst sollte der Parteigründer aber seinen eige- nen Funktionären auf die Finger schauen. Die Juni-Ausgabe der parteifrei- en und unabhängigen Gratis- monats-Zeitung„DAS WIEN“ hat wieder für viel Gesprächsstoff gesorgt. Sowohl das umfangrei- che Interview mit Staatsopern- direktor Dominique Meyer über sein Gefühlsleben, wie auch das spannende Exklusiv-Gespräch mit dem russischen Botschaf- ter Dmitrij Ljubinskij, der u. a. auf Anschuldigungen des bri- tischen Botschafters in „DAS WIEN“ Stellung bezog. Auch die Beiträge mit Nachhaltigkeits- ministerin Elisabeth Köstinger (VP) und dem „blauen“ Wiener Klubobmann Mahdalik sorg- ten für Leser-Reaktionen wie bereits Interviews zuvor mit Mitgliedern der Bundes- und der Stadtregierung. In dieser Ausgabe finden Sie Fragen und Antworten mit SP- Bundeschef Mag. Christian Kern, der roten“ Stadträtin Mag a Ulli Sima, dem Wiener VP-Stadtrat Dr. Markus Wölbitsch und mit FP-Vizebür- germeister Dominik Nepp. Dazu können Sie wieder Beiträge pro- minenter Gastkommentatoren lesen. Ob die Wiener Wahl tatsächlich vorgezogen wird oder nicht, wird sich weisen. Die Spitzen- kandidaten der Großen schei- nen vermutlich festzustehen: Michael Ludwig (SP), Gernot Blümel (VP) und Johann Gude- nus (FP). Bei den Grünen dürfte ein neuer Spitzenkandidat auf- gestellt werden. Das gilt auch für Neos und andere Kleinpar- teien. Die Bundesregierung präsentiert Österreich während des EU-Vorsitzes als „Land des Lächelns“ – der Kultur, der Um- welt, der Infrastruktur, der Wirt- schaft und vieler gemeinsamer Pläne. Kanzler Kurz, Vize Strache und EU-Minister Blümel schei- nen – trotz heftiger Kontrover- sen über Arbeitszeiten und Ab- höraktionen durch die lieben Deutschen – bestens gerüstet zu sein. Da kann man getrost die Europa-Hymne anstimmen. Egal ob sich US-Präsident Trump mit dem russischen Präsidenten Putin trifft oder wer Fußball- Weltmeister wird. EDITORIAL von Heinz Knapp IMPRESSUM Herausgeber/Verleger/Inhaber: Heinz Knapp , h.knapp@das-wien.at Chef-Redaktion : Mag. Dr. Harald Raffer, h.raffer@das-wien.at Grafik: Friedrich Knapp, Daniel Knapp, daniel.knapp@das-wien.at Anzeigenleitung: Heinz Knapp, h.knapp@das-wien.at Redaktion: redaktion@das-wien.at Leserbriefe: office@das-wien.at Vertrieb: Österreichische Post AG, Haidingergasse 1, 1030 Wien Verlagsadresse: /Rechnungswesen: Die Agentur - Unabhängige Monatszeitung, Heinz Knapp, Chorturmblick 1, 9061 Klagenfurt, h.knapp@das-wien.at , www.das-wien.at Offenlegung gem. § 25 MedienG: Online unter www.das-wien.at Gastkommentare: Dompfarrer Mag. Toni Farber, Gerald Pichowetz, Mag. Peter Weitzel, Edi Finger jun., Sonja Diem Karikartur: Christian Berger Bei Anzeigen, PR-Artikeln und namentlich gekennzeichneten Berichten liegt die inhaltliche Verantwortung beim Auftraggeber.

RkJQdWJsaXNoZXIy NDYxMjE=