Das Wien - E-Book

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DAS WIEN AKTUELL 24 I m Mai dieses Jahres standen nur 42 Prozent oder 56.528 Per- sonen mit Mindestsicherungs- bezügen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Der große Rest, also rund 78.900 Personen, sind ent- weder minderjährige Kinder, befinden sich im Pensionsalter, sind arbeitsunfähig oder haben Betreuungspflichten“, unterstrich Sozialstadtrat Peter Hacker wäh- rend der aktuellen Stunde imWie- ner Gemeinderat. „Diese 56.500 Personen, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, sind selbst- verständlich eng an das AMS an- gebunden und deshalb beziehen sie im Durchschnitt nur sieben Monate Leistungen aus der Min- destsicherung. Diese Bezugszei- ten zeigen, dass diese Menschen durchaus arbeitswillig sind, und dass die Vermittlungstätigkeiten des AMS und die Zusammenar- beit mit der Stadt Wien sehr gut funktionieren. Selbstverständlich wirken auch die Sanktionen der Wiener Mindestsicherung“, so Ha- cker. Die Menschen in der Mindestsi- cherung können sich nicht ein- fach auf ihrer Mindestsicherung ausruhen, wie es ÖVP und FPÖ gerne unterstellen. „Natürlich müssen sie Jobangebote anneh- men, Kurse absolvieren und ihre Pflichten erfüllen, sonst gibt es Sanktionen“, sagte der Stadtrat. In der Wiener Mindestsicherung wurden die Rechte aber auch Pflichten deutlich nachgeschärft, genauso wie die Sanktionen, wennman seine Pflichten verletzt. „Umso wichtiger ist es, dass wir jetzt in Zeiten der Hochkonjunk- tur verstärkt in den Kampf gegen Armut investieren. Wir müssen diesen Menschen nachhaltige Chancen geben, wir müssen sie besser qualifizieren, damit sie nicht weiter von einem schlecht bezahlten Job zum nächsten stol- pern mit eine paar Monaten Min- destsicherung dazwischen“, sagte Hacker. Dass das Prinzip der Mindestsi- cherung funktioniert – den Men- schen wieder in ein eigenständi- ges Leben durch Erwerbsarbeit zu ermöglichen – zeigen die ins- gesamt sinkenden Zahlen – heuer im Mai haben 135.419 Menschen Leistungen aus der Mindestsiche- rung bezogen, das sind um zehn Prozent weniger als im Mai des Vorjahres. D ie Stellenausschreibung für das Rektorat der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (MUK), einem Unterneh- men der Wien Holding, ist ab- geschlossen. Der frühere Wiener Kulturstadtrat Andreas Mailath- Pokorny wird künftig diese Wie- ner Kultur-Ausbildungsinstitu- tion leiten und sein Amt mit 1. September 2018 antreten. And- reas Mailath-Pokorny folgt damit auf Franz Patay, der die MUK seit 2014 geleitet hat und der MUK auch seit seiner Bestellung zum Geschäftsführer der Vereinigten Bühnen Wien, im Oktober 2016, als Rektor interimistisch zuVerfü- gung stand. „Ich freue mich sehr auf diese neue und spannende Heraus- forderung, wobei es mir ganz besonders wichtig ist, dieses Schmuckstück der Kultur und Kunst in Wien sowohl national und international noch sichtba- rer zu machen“, so Andreas Mai- lath-Pokorny anlässlich seiner Bestellung zum neuen Rektor der Musik und Kunst Privatuni- versität der Stadt Wien. Höchste Kompetenz „Andreas Mailath-Pokorny ist die beste Wahl für das Rektorat der MUK, einer der wichtigsten und größten kulturellen Ausbil- dungseinrichtungen in Wien. Ich bin überzeugt davon, dass er mit seiner exzellenten Expertise, seiner langjährigen Erfahrung im Kultur- und Bildungsbereich sowie seinen außergewöhnlich guten Kontakten zu national und international relevanten Institu- tionen und Personen den erfolg- reichen Weg der MUK nicht nur fortsetzen, sondern konsequent ausbauen wird. Und ich weiß, dass es ihmauch eineHerzensan- gelegenheit ist, die einzigartige Kunstuniversität Wiens in der ös- terreichischen Kulturlandschaft noch sichtbarer zu positionieren und auch international in vollem Glanz erstrahlen zu lassen“, so Doris Rechberg-Missbichler, in- terimistische Geschäftsführerin der Wien Holding und Vorsitzen- de der Findungskommission. Mindestsicherungsbezieher: Nur 42 Prozent beschäftigt! 58 % der Leistungsbezieher sind entweder zu jung, zu alt, arbeitsunfähig oder haben Betreuungspflichten. Andreas Mailath-Pokorny wird neuer MUK-Rektor Ausschreibung ist abgeschlossen. Der ehemalige Kulturstadtrat tritt sein Amt ab September an. Alltagsphänomen Gewalt Anstöße von Dompfarrer Toni Faber N och immer genieße ich es, von woher auch immer in die In- nenstadt zurück zu kommen und die Silhouette des Stephansdomes zu erspähen – ob von der Reichs- brücke, der Josefstädterstraße oder vom Donaukanal aus. Natürlich gibt es in unserer wunderschönen Innenstadt noch andere attraktive Landmarks wie das Rathaus oder den Ringturm. Seit einigen Jahren nützt der rührige Vorstandsvor- sitzende der Wiener Städtischen, Günter Geyer, den Ringturm mit seiner riesigen Außenfläche als Stadtgalerie. Zurzeit ist dort das ins- gesamt 4.000 Quadratmeter große Kunstwerkdesweltberühmten zeit- genössischen Künstlers Gottfried Helnwein „I saw this“ zu sehen: ein junges Mädchen mit einer automa- tischen Schusswaffe im Anschlag und eine 3D-Manga-Figur vor einer explodierenden brennenden Stadt. Helnwein will mit der Darstellung von Gewalt nicht verstören, son- dern aufrütteln und dem Gefühl der Hilfslosigkeit entgegen wirken. Für ihn ist Kunst, die sich mit dem Schrecklichen auseinandersetzt, ein Beitrag zur Hoffnung. Sie soll Menschen mit den oft schwierigen Bedingungen ihrer Existenz versöh- nen. Sie möchte ein Anstoß sein, darüber nachzudenken, wie er- schütternd nahe Kinder einerseits die Last der Gewalt und des Krieges zu tragen haben und wie viele sich andererseits – oft sehr unbedacht – in Computerspielen mit den ge- waltvollen Kriegswirklichkeiten be- schäftigen. Ist diese Realität der Gewalt zu be- wältigen? Kann Kunst etwas ver- ändern? Starkünstler Helnwein ist überzeugt, dass durch die Ästhetik der Kunst die Unentrinnbarkeit des Schreckens transzendiert und relativiert werden kann. Punktuell aufrüttelnde Darstellungen von Gewalt wirken einem Missbrauch in jeder Form entgegen. Fotos:© Suzy Stöckl

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