Das Wien - E-Book

Das Wien - E-Book

DAS WIEN POLITIK 14 I n der Ecke des spartanisch ein- gerichteten Büros des Wiener Stadtrates Dr. Markus Wölbitsch (VP), Jahrgang 1982, steht eine Urkunde der Jungen Volkspartei mit „Dank und Anerkennung“. Die wuchtige Holzdecke im Ge- bäude der VP-Zentrale besticht durch schnörkelige Schnitzerei- en. Im Vorraum steht das Stadt- rad des Stadtrates, daneben eine automatische Zeituhr, die jede Sekunde den ausgerechneten Schuldenstand der Stadt anzeigt. Im Besprechungszimmer findet sich noch ein „Oscar“ mit der Auf- schrift „Der beste Stadtrat“. Ein Geschenk. Daneben grüßt der Wiener VP-Chef und Minister Blü- mel von einem Bildschirm. Der ehemalige Unternehmensbera- ter und Ex-Bezirksrat von Liesing, Markus Wölbitsch spricht mit Ha- rald Raffer von „DAS WIEN“ über Themen, die die Wiener VP be- wegen. Und der VP-Stadtrat mit Kärntner Wurzeln verrät, dass er im September heiratet. Das Wien: Es wird bereits über vorgezogene Wahlen in Wien spe- kuliert. Wer geht für die Wiener VP als Spitzenkandidat ins Rennen? Sie oder der Wiener VP-Chef Blümel? Wölbitsch: Das ist ganz klar: un- ser Spitzenkandidat heißt Gernot Blümel! Er ist Minister und Spit- zenkandidat für die Wahl, egal wann sie auch stattfinden sollte. Wir sind jedenfalls für alle Fälle bestens gerüstet! Das Wien: Sie haben als Wirt- schaftsexperte Führungskräfte trainiert. Gibt es noch einen Tipp für den Bundes-VP-Chef Kanzler Kurz? Wölbitsch: Er hat so viele Dinge ausgezeichnet gemacht, dass ich ihm sicher keine Tipps zu geben brauche. Er verfügt zudem über ein tolles Charisma. Das kann man nicht lernen und ist eines seiner großen Erfolgsgeheimnisse. DasWien: „Die Kraft zu verändern“ lautet ein Motto der Wiener Volks- partei. Was wollen Sie als passi- onierter Bergsteiger in der Politik verändern? Wölbitsch: Wir müssen in Wien dringend aus diesem Stillstand herauskommen. Dieser Stillstand prägt die Stadt schon seit Jahren, weil schon seit Rot-Grün 1 bei wichtigen Zukunftsfragen lange nichts mehr weitergeht. Etwa bei den Arbeitsplätzen, beim Wirt- schaftsstandort, dem Gesund- heitssystem usw. An Themen und leider auch an Baustellen mangelt es nicht. Das Wien: Ein Wort zu SP-Bürger- meister Ludwig… Wölbitsch: Bei Michael Ludwig sind wir noch gespannt, was jetzt kommt. Wir wissen noch nicht, wie er als Bürgermeister zu den großen Zukunftsfragen steht. Als Wohnbaustadtrat war er immer eine pragmatische politische Persönlichkeit. Wenn es ein gro- ßes Bekenntnis zum Wirtschafts- standort Wien gibt, wird er mit uns bei diesem Thema einen Part- ner finden. Das Wien: Ein Wort zur grünen Vi- zebürgermeisterin Vassilakou… Wölbitsch: Da gibt es aus unserer Sicht nicht viel zu sagen. Sie will wichtige Projekte verhindern, die für die Stadt relevant sind. Etwa beim Lobau-Tunnel, der dritten Flughafenpiste usw. Die Grünen haben sich auch in Wien zu einer Partei entwickelt, die mit erho- benem Zeigefinger den Leuten vorschreiben will, wie sie zu leben haben. So wird man als grüne Par- tei nicht bestehen können. Das Wien: Nochmals zu einer vorgezogenen Wien-Wahl. Dann könnte die rot-grüne Koalition Ge- schichte sein. Würden Sie auf Rot- Schwarz setzen? Wölbitsch: Also – zunächst Schritt für Schritt! Wir sind 2016 von ei- nem eher bescheidenen Niveau gestartet. Die letzten Umfragen bescheinigen uns aber, dass es in die richtige Richtung geht. Diesen Trend wollen wir stabilisieren und weiter ausbauen. Und dann erst wollen wir eine mögliche Wahl erfolgreich schlagen, auf die wir uns langsam vorbereiten, um ein gutes Ergebnis erzielen zu kön- nen. Alles andere ist erst der dritte oder vierte Schritt… Das Wien: Haben Sie persönlich ein Vorbild in der Politik? Wölbitsch: Natürlich gibt es Per- sonen, die einem entlang eines Lebens immer wieder prägen. Politisch war es bei mir vor allem Johannes Hahn. DasWien: Sie fordern einen Abbau der Bürokratie. Wie stellen Sie sich das vor? Wölbitsch: Wichtig wäre es, dass wir uns im Bereich der Verwal- tung in Richtung Serviceorien- tierung entwickeln. Behörden Harald Raffer im Gespräch mit Stadtrat Dr. Markus Wölbitsch in der VP-Zentrale. Fotos: (c) Peter Berger & Wolfgang Alberty - www.reporter.co.at „Wir müssen inWien den Stillstand raschbeenden!“ Für dieWiener VP steht fest: Minister Gernot Blümel wird Spitzenkandidat bei der nächsten Gemeinderatswahl. Stadtrat Markus Wölbitsch wettert gegen KH-Nord-Skandal und die Schuldenpolitik der Stadtregierung. Politisch hat mich seit meiner Jugend Johannes „Gio“ Hahn geprägt. Stadtrat Dr. Markus Wölbitsch

RkJQdWJsaXNoZXIy NDYxMjE=