Das Wien - E-Book der aktuellen Ausgabe

DAS WIEN AKTUELL 26 S ie kennen die „Brutkastenlü- ge“? Dabei handelt es sich um eine als Tatsache verbrei- tete Lüge, dass irakische Soldaten bei der Invasion Kuwaits im Jahre 1990 kuwaitische Frühgeborene getötet hätten. Angeblich hätten die Soldaten Babys aus Brutkästen gerissen und sie auf den Boden ge- worfen. Dies wurde von einer jun- gen Mutter im US-Kongress unter Tränen erzählt. Diese von Medien ungeprüft übernommene Aussage hatte wesentlichen Einfluss auf die Notwendigkeit eines militärischen Eingreifens zugunsten Kuweits durch die USA. Erst nach der US- Intervention stellte sich die rührse- lige Geschichte als Erfindung der amerikanischen PR-Agentur Hill & Knowlton heraus. Diese war mit 10 Millionen Dollar von der kuwai- tischen Exil-Regierung für diesen „PR-Gag“ bezahlt worden. Selbst Amnesty International fiel auf den Schmäh herein. Das ist ein Beispiel für gezielte Medienmanipulation und Desinformation. Heute würde man Fake-News sagen. Wir wissen also längst nicht, wer in einemKon- flikt die Wahrheit sagt, etwa beim inszenierten Mord am Journalisten Babtschenko in der Ukraine. Und die Auseinandersetzung zwischen Großbritannien und Russland in der Affäre um den Doppelagenten Skripal zeigt, dass beide Staaten mit ihren Argumenten und Gegen- Argumenten recht haben könnten. Der britische Botschafter Leigh Tur- ner fand in„Das Wien“ scharfeWor- te an den Kreml, der russische Bot- schafter Dimitrij Ljubinskij verlangt hingegen eine Entschuldigung Großbritanniens für diese „unge- heuerlichenVorwürfe“. Die Brutkastenlüge demonstriert, zu welchen Mitteln Machthaber greifen, um Staaten zu denunzie- ren. Mittlerweile engagieren ver- feindete Staaten PR-Agenturen, um sich besser darzustellen und die Gegenseite ordentlich „einzutun- ken“. Auch ohne Brutkästen. Kein Brutkasten Im Zeitraffer Von Harald Raffer A nita Bauer wird Nachfol- gerin von Peter Hacker als Geschäftsführerin des Fonds Soziales Wien (FSW). Hacker avancierte bekanntlich zum Wiener Gesundheits- und Sozialstadtrat. Die 48-jährige di- plomierte Sozialarbeiterin Bau- er ist seit 2011 stellvertretende Geschäftsführerin des FSW. „Mit Anita Bauer wird die gute und wichtige Arbeit in diesem Feld fortgesetzt. Darüber hinaus freut es mich besonders, dass nun eine Frau an der Spitze des FSW steht“, begründet Richard Gauss, Vorsitzender des Präsidiums, die Entscheidung für Bauer. Bauer begann 1992 in der MA 11 (Ju- gendwohlfahrt) zu arbeiten. Es folgten Tätigkeiten in der dama- ligen MA 47 (Pflege und Betreu- ung) und der damaligen MA 12 (Sozialamt). Als 2004 der Fonds Soziales Wien die Aufgaben der beiden Abteilungen übernahm, wechselte sie in ihrer Funktion als Leiterin des Fachbereiches Be- hindertenarbeit in den FSW. Seit 2013 führt sie den Fachbereich betreutes Wohnen, seit Dezem- ber 2011 gehörte sie der insge- samt dreiköpfigen FSW-Stellver- treterriege an. Der FSW ist mit rund 1,7 Mrd. Euro Jahresbudget dotiert und organisiert mit 180 Partnern Pflege und Betreuung, Wohnlosen- sowie Behinder- tenhilfe für 130.000 Menschen. 1.700 Mitarbeiter beschäftigt die ausgelagerte Unternehmung der Stadt Wien. D as Künstlerinnenduo Anita Fuchs und Resa Pernthaller – kurz RESANITA – nimmt das Kunst Haus Wien, ein Museum der Wien Holding, genau unter die Lupe und analysieren „das Haus als Wirt“ in Bezug auf dessen Flora und Fauna. Das Kunst Haus Wien eignet sich dafür besonders, hat doch sein Gründer und Gestal- ter Friedensreich Hundertwasser Innenhof, Fassade und Dach mit reichlich Pflanzen ausgestattet. Wie sich die Botanik des Hauses heute, 26 Jahre später, zeigt, wer- den RESANITA erkunden, doku- mentieren und künstlerisch um- setzen. Bereits seit Herbst 2017 machen die Künstlerinnen eine fotografische Bestandsaufnahme von Flora und Fauna im und um das Kunst Haus Wien. Die künst- lerischen Ergebnisse und Er- kenntnisse der mehrmonatigen Untersuchung werden nun im Sommer 2018 präsentiert. Über RESANITA Das Künstlerinnenduo RESANITA beschäftigt sich mit temporären Eingriffen in den urbanen Raum, mit nomadischen, kollektiven Prozessen und unterschiedlichs- ten Formen der Nature Art. Ihre Projekte starten oft mit einem aktionistischen Ansatz: Roadtrips mit Pflanzentransfers durch meh- rere Staaten, Transport von Bäu- men aus einer Forschungsstation oder die Bestellung eines Feldes mit historischem Saatgut. Diese Aktionen sind mit gegenwärti- gen Themen der Gesellschaft wie Klimawandel, Terror, Migration, Geschichte, globale Ökonomien und Politik verknüpft. Teil ihrer konzeptuellen Arbeitsweise ist ein wissenschaftlich-forschendes Streben und der jahrelange Aus- tausch mit internationalen Insti- tutionen. Kunst Haus Wien Untere Weißgerberstraße 13 1030 Wien www.kunsthauswien.com Anita Bauer folgt Peter Hacker Neue Geschäftsführerin beim Fonds SozialesWien Kunst HausWien: „RESANITA – Das Haus alsWirt“ Anita Bauer folgt Peter Hacker als Geschäftsführerin des FSW. (c) FSW (c) Resanita_Court_Resanita

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