Das Wien - E-Book der aktuellen Ausgabe

DAS WIEN KULTUR 36 M ach kein Theater“ – Sie ken- nen diese drei Wörter? Sie verwenden Sie auch immer wie- der? Warum bitte, soll man ei- gentlich kein Theater machen? Es ist doch eine schöne Sache, wenn man hohe Dichtkunst oder feuri- ge Musik auf eine Bühne bringen kann. Ja – in der Umgangssprache bedeutet dieser Satz so viel wie „Mach keine Schwierigkeiten“ oder „…keinen Unsinn“. Natürlich haben Sie auch schon den Spruch „Alles nur Theater“ gehört. Hier fließen Aspekte der Unehrlichkeit, des Täuschens, des Aufbegeh- rens und des unehrlichen Tuns in die Bedeutung dieser Aussa- ge hinein. Warum eigentlich? Theaterproduktionen umfassen doch Feuerwerke der Fantasien, sinnige Texte, romantische Aben- teuer, kunstvolle Wortspiele und dramatische Szenen. Was sagt Ihnen „Theaterdonner“? Diese Be- zeichnung war ursprünglich im engeren Sinne eine Vorrichtung in einem Theater zur Imitation eines donnerndes Geräusches, beispielsweise eines Blitzschla- ges oder von Gewitterwolken. Schon die Griechen sollen in den Mysterienspielen künstlichen Donner verwendet haben. Die- ser Begriff wird schon lange und heute ausschließlich als Metapher verwendet, im Sinne von „Schall und Rauch“. Der Vorgänger des Theaterdonners war auf den Bret- tern, die für viele die Welt bedeu- ten, der „Knalleffekt“, also eine überraschende und sich plötzlich wendende Handlung. Auch die- ses Wort hat heute seine entspre- chende Bedeutung und taucht als Unterstreichung eines besonde- ren Ereignisses in den Medien auf. Es gibt also laufend Knalleffekte – allerdings nicht im Theaterleben. „Der ist ja nur ein Schauspieler!“ EineWortkombination, die abwer- tend gemeint ist. Also wieder ein Trickser, ein Betrüger, ein Mensch, den man nicht ernst nehmen kann oder der etwas bewusst ver- heimlicht. Dabei ist der Beruf des Schauspielers ein toller Job. Man muss ja nicht gleich in Hollywood landen. Aber diese sprachlichen Beispiele demonstrieren, wie oft unbewusst am Image der bunten Theaterwelt gekratzt wird. Doch das Theater hat bis heute nichts an seinem Zauber verloren. Im Gegenteil: Besucher suchen und finden Zerstreuung, Unterhal- tung und Entspannung. Und die Schauspieler? Die sind und blei- ben ein ganz besonderer Men- schenschlag. Sie sind Magier, die in den verschiedensten Rollen im Theater, im Kino oder im TV uns alle in eine andereWelt entführen. In ein Parallel-Universum lustiger, trauriger und kühner Träume. L ieber gscheit geblödelt als blöd gescheitelt. Schon die Altmeister der Wie- ner Kabarettszene entdeckten in der humoristischen Doppel- conférence eine wahre Königs- disziplin der Unterhaltung. Cha- rakteristisch ist, dass sie »von zwei Künstlern gehalten wer- den muss, weil einer allein sich nicht traut, die Verantwortung zu übernehmen«, wie es Karl Farkas ausdrückte. In dieser Tra- dition geben Gerald Pichowetz und Christoph Fälbl jede Menge pointenreiche Dialoge zum Bes- ten, bis keiner mehr sicher sagen kann, wer jetzt der G’scheite und wer der Blöde ist. Heraus kommt eine köstliche Melange aus klas- sischen Kabarettchansons und zeitlosen Doppelconférencen. Genießen Sie Unvergessenes und Wiederentdecktes, Musik und Wortwitz, Situationskomik und skurrile Tiefsinnigkeiten. Ein Programm das so blöd ist, dass es schon wieder gscheit ist! DerG‘scheite& DerBlöde Fälbl und Pichowetz auf den Spuren österreichischer Kabarett-Größen am Klavier: Michael Fischer „Mach kein Theater!“ Vorhang auf Von Gerald Pichowetz Schauspieler, Dancing-Star Premiere: Montag, 7. Mai, 20 Uhr Vorstellungen: 6. Mai bis 30. Juni 2018 Ort: Gloria Theater, Prager Straße 9, 1210 Wien Info & Beginnzeiten: Tel.: 01 278 54 04 www.gloriatheater.at Am 23. Juni steht die Wiener In- nenstadt wieder im Zeichen der Musik! Die Stadt Wien, seit Jahrzehnten Gastgeber des Österreichischen Blasmusikfestes, führt auch heuer wieder Musiker und Mu- sikerinnen aus allen österreichi- schen Bundesländern und Süd- tirol zusammen, und wird durch die Mitwirkung von Chören des ChorForum Wien ihrem Ruf als Musikstadt vollends gerecht. Bei diesem Großereignis wer- den Kapellen und Chöre an über 12 vielbesuchten prominenten Plätzen der Musikstadt Wien zu hören sein. Vom Rathaus- platz über den Graben bis zum Schloss Schönbrunn und Bel- vedere werden die zahlreichen BesucherInnen wieder außerge- wöhnliche Klangbilder erleben. 2018 steht die Jugend- und Nachwuchsarbeit im Österrei- chischen Blasmusikverband und ChorForumWien im Mittel- punkt. Die Vereine investieren viel Zeit und Engagement in die laufende Ausbildung ihrer NachwuchsmusikerInnen. Beim schwungvollen Show- down ab 15 Uhr am Wiener Rathausplatz begeistern die Ka- pellen und Chöre alljährlich die BesucherInnen aus ganz Europa mit Fröhlichkeit und extrava- ganten Showeinlagen. Sa, 23. Juni 2018, 10 – 18 Uhr 39. ÖSTERREICHISCHES BLASMUSIKFEST Blasmusik trifft Wiener Chöre 39.ÖSTERREICHISCHESBLASMUSIKFEST © Adrian Batty

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