Das Wien - E-Book der aktuellen Ausgabe

DAS WIEN POLITIK 24 F ür den 41-jährigen Wiener SP-Stadtrat für Bildung, In- tegration, Jugend und Personal, Mag. Jürgen Czernohorsky, hört sich der Spaß auf, wenn Kinder und Jugendliche in Wiener Mo- scheen für politische Zwecke missbraucht werden. Der ehe- malige Studentenfunktionär und Ex-Parlamentsmitarbeiter sitzt seit 2017 im Stadtsenat bzw. der Landesregierung der Donaumet- ropole. „Das Wien“-Chefredakteur Harald Raffer sprach mit dem „Vollblut-Politiker“ Czernohrosky über aktuelle Themen in der Bun- deshauptstadt. Das Wien: Der künftige Häupl- Nachfolger Michael Ludwig baut gerade sein Stadtregierungsteam um. Bleiben Ihnen die Bereiche Bil- dung, Integration, Jugend und Per- sonal erhalten? Czernohorsky: Am 14. Mai kann ich das korrekt beantworten. Das Wien: Ein Wort zum nächsten Wiener Stadtchef Ludwig, ein Wort zu Langzeit-Bürgermeister Michael Häupl? Czernohorsky: Michael Häupl hat im letzten Viertel Jahrhundert diese Stadt geprägt. Er ist für mich nicht nur ein politisches Vorbild, sondern auch ein Denkmal für all das, was Wien in den letzten 25 Jahren ausgemacht hat. Unser Wien ist eine moderne, pulsieren- de Weltstadt geworden, in der man nicht mehr die Gehsteige hochklappt, sondern in der man ein internationales Know-how spürt. Zugleich ist Wien immer noch ein Platz, wo die Wienerin- nen und Wiener zu Hause sein können. Das ist eben für mich wichtig – Wien muss eine Stadt bleiben, in der man überall zu Hause sein kann. Eine Stadt der 1000 Grätzeln. Ein Schwerpunkt der Stadtregierung mit Michael Ludwig ist und bleibt die Wohn- umgebung der Wienerinnen und Wiener. Das Wien: Sie sind amtsführender Stadtrat. Die Wiener Freiheitlichen fordern die Abschaffung der „nicht amtsführenden Stadträte“…. Czernohorsky: Das ist eine lus- tige Geschichte, der ich aber viel abgewinnen kann. Aber die, die das jetzt fordern, haben sich immer massiv gewehrt, diesen Schritt auch in die Tat umzuset- zen. Dazu bräuchte es auch auf Bundesebene eine Entscheidung und in Wien die Bereitschaft, dass man von den Symboljobs Ab- stand nimmt. Immer wenn so eine Entscheidung angestanden ist, waren die Freiheitlichen dagegen. Wir haben sicher kein Problem damit, Funktionen, die eher einen Vorzeige- und keinen Arbeitscha- rakter aufweisen, abzuschaffen. Das Wien: In den verschiedensten Medien wie in der „Zeit“ wurden Sie in den letzten Jahren als „Hoff- nungsträger der SP“ bezeichnet. Se- hen Sie sich auch so? Czernohorsky: Das ehrt mich, aber ich bin überzeugt, dass gera- de unsere Partei eine Partei ist, die voll von Hoffnungsträgern ist. Das Wien: Färben Sie manchen Leuten die Haare immer noch rot ein? (Im Wahlkampf 2001 hat Czernohorsky Straßen-Passanten die Frisur mit roter Farbe eingefärbt. Anm. d. Red.) Czernohorsky: Manchmal un- terstütze ich meine Tochter beim Tönen. Das Wien: Es gab heftige Aufre- gung um Kinder in Moscheen, die in Soldaten-Uniformen sogar Tote gespielt haben. Wirbel gab es auch um islamische Kindergärten. Wie ist der aktuelle Stand? Czernohorsky: Die Diskussion um Entwicklungen in Moscheen in ganz Österreich – im Jänner gab es in Moscheen in Reutte und Linz Aufrufe zu Märtyrerge- „Politik bedeutet für mich das Lösen von Herausforderungen!“ Der Wiener SP-Stadtrat Mag. Jürgen Czernohorsky sieht in Michael Häupl ein politisches Vorbild. Für Moscheen-Kinder-Kriegsszenen gilt „null Toleranz“. Appell für einen freien Hochschulzugang. Michael Häupl hat diese Stadt geprägt! Stadtrat Mag. Jürgen Czernohorsky Harald Raffer („Das Wien“) im Gespräch mit Stadtrat Jürgen Czernohorsky imWiener Rathaus. Der SP-Politiker bezieht zu den jüngsten Themen klar und unmissverständlich Stellung. Fotos: PID/Votava Martin

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