Das Wien - E-Book der aktuellen Ausgabe

DAS WIEN POLITIK 16 E in sichtlich gut gelaunter Nor- bert Hofer empfängt uns in seinem Regierungsbüro in der Wiener Radetzkystraße. In di- versen Regalen wird das leiden- schaftliche Hobby des „blauen“ Politikers dokumentiert – der Flugsport! Der 47-jährige FP-Mi- nister für Verkehr, Technologie und Innovation lobt die „gute Zu- sammenarbeit“ mit der ÖVP, sieht die ÖBB auf Schiene und verwehrt sich gegen angebliche „Umfärbe- aktionen“ in Staatsbetrieben. Ha- rald Raffer („DasWien“) sprach mit dem gebürtigen Steirer. Das Wien: Sie kommen aus ei- ner „schwarzen“ Familie. Ihr Vater wechselte von der VP zur FP und hatte deshalb mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Sind Sie deshalb der FP beigetreten? Hofer: Das war sicher nicht der Hauptgrund! Ja – mein Vater war zuvor lange beim ÖAAB. Damals gab es in meiner Gemeinde keine FPÖ. Nachdem meine Schwester sehr krank geworden und leider auch verstorben ist, hat er sich aus der Politik zurückgezogen. Jahre später engagierte sich mein Vater als Ehrenamtlicher bei der FPÖ. Damals war das Burgenland, in dem ich immer noch lebe, strikt aufgeteilt zwischen den beiden etablierten Parteien VP und SP. Als junger Mensch empfand ich das nicht besonders spannend. Für mich war die FPÖ interessant – und ich bin bald nach der Matura dieser Partei beigetreten. Das Wien: Vom technischen Zeich- ner zum Flugtechniker und Chef- verhandler der Lauda Engineering und Privatpilot. Eine Laufbahn zum Abheben? Hofer: Ja, ich bin Privatpilot. Die Fliegerei fasziniert mich einfach und hat mich bisher immer be- schäftigt. Trotz meines Absturzes mit einem Paragleiter bin ich bei meinem Hobby geblieben. Das Wien: Sie standen in Ihrer Heereszeit als Soldat an der öster- reichischen-ungarischen Grenze im Einsatz. Hat das Ihr Verhältnis zum Thema Flüchtlinge beeinflusst? Hofer: Wir haben dort einmal Flüchtlinge aufgegriffen. Für mich war es damals nicht erkennbar, ob es sich um echte Flüchtlinge gehandelt hat. Dieser Grenzein- satz hat mein Verhältnis zur Flüchtlingspolitik nicht wesent- lich beeinflusst. Es sind eher die Ereignisse in den Jahren danach, als wir gesehen haben, dass viele Menschen nach Österreich kom- men, die eigentlich nicht wirklich Schutzsuchende sind, sondern eher aus pekuniären Interessen in unser Land kommen. Das Wien: Sie waren Mitarbeiter der burgenländischen Landesre- gierung. Die neue Bundesregierung will Beamte abbauen. Sind Beamte immer so etwas wie die „Buhmän- ner“ einer Regierung? Hofer: Ich habe eine Dienstprü- fung für den höheren Verwal- tungsdienst abgelegt. Ich kenne also diesen Bereich. Es ist nicht der Beamte, der daran schuld ist, „Es ist nicht mein Ziel, Vizekanzler zu werden“ Infrastrukturminister Ing. Norbert Hofer (FP) im großen „Das Wien“-Interview. Der Regierungskoordinator versteht sich heute bestens mit Bundespräsident Van der Bellen und strebt noch immer das höchste Amt im Staat an. Ich bin Privatpilot. Die Flie- gerei fasziniert mich einfach! Infrastrukturminister Ing. Norbert Hofer Infrastrukturminister Norbert Hofer imTalk mit Harald Raffer („Das Wien“): „Ich bin bald nach der Matura zur FP gegangen…“ Fotos: Franz Schobesberger - ÖFJ, reporter.co.at

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