Das Wien - E-Book der aktuellen Ausgabe

DAS WIEN AKTUELL 22 Patient Spital Im Zeitraffer Von Harald Raffer D as Krankenhaus Nord in Wien- Floridsdorf entpuppt sich als gewaltige Kostenfalle und gilt längst als negatives Vorzeigemo- dell eines Spitalsmolochs: Millionen Steuergelder in den Sand gesetzt, Fehl-Planungen, Geister-Konzepte, Verzögerungen, mangelnde Ri- sikostrategien, Verstöße gegen Vergaberichtlinien, verbesserungs- würdige Korruptionsrisikoanalysen usw. Der aktuelle Rechnungshof- bericht liest sich wie ein Drehbuch eines Wirtschaftsthrillers. Da ging „vieles gewaltig in die Hose“. Dabei waren die ursprünglichen Intentio- nen, ein zusätzliches modernes Spi- tal für dieWiener aus demBoden zu zaubern, durchaus ehrbar. Man hat aber aus der Vergangenheit wenig gelernt: Stichwort„AKH“. Der künftige Wiener Bürgermeister Siegfried Ludwig (SP) hat bereits die „vollständige Aufklärung“ die- ser unrühmlichen Spitalsgeschich- te angekündigt. Da wird er wohl zum Skalpell greifen müssen. Die Opposition tobt – Vizebürgermeis- ter Dominik Nepp (FP) hat in „Das Wien“ die Vorgänge rund um das KH als „kriminell“ bezeichnet. Wäh- rend Otto Normalverbraucher mit Millionen-Zahlen wenig anzufan- gen weiß, wurde jetzt ein weiteres Detail bekannt – 95.000 Euro er- hielt ein ehemaliger Autoverkäufer, Energetiker und Bewusstseinsfor- scher, um mit einem„unsichtbaren Ring“ um das Spital negative Ener- gie abzuwenden. Unter 100.000 Euro dürfen finanzielle Mittel leich- ter vergeben werden. Über diese Aktion kann man nur den Kopf schütteln, obwohl Geisterheiler und Druiden schon bei Autobahn- bauten, in Aspern und einem Spital in Kärnten zum Einsatz gekommen sind – gegen negative Kraftfelder. Freilich – die 95.000 Euro wird man, im Vergleich zu den verschütteten Millionen, noch leicht verschmer- zen können. Es zeigt aber ein Sit- tenbild über Manager, die vermut- lich überfordert oder schlicht und einfach unfähig bzw. grob fahrläs- sig waren. Das Krankenhaus Nord: Tummelplatz für Energetiker und Geisterheiler ... (c) Christian Berger Z um 14. Mal findet das längste Blues-Festival der Welt – der Vienna Blues Spring – statt und bringt wieder internationale und heimische Blues-Ikonen sowie vielversprechende Geheimtipps nach Wien. Starke Blues-Frauen am Programm Unter den rund 300 teilnehmen- den KünstlerInnen sind auch in diesem Jahr zahlreiche starke Blues-Frauen vertreten. Über 40 Konzerte in fünf Spielstätten Das Flaggschiff des Vienna Blues Spring 2018 ist auch heuer wieder der Wiener Reigen, der gleich 36 Konzertabende mit einem viel- seitigen und virtuosen Programm veranstaltet. Die„Boogie Night“, ein alljährlicher Programm-Höhepunkt des Vienna Blues Spring, wird am 24.04. zum ersten Mal im Josef Haydn-Saal der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien zu sehen und hören sein. ImMozarthaus Vienna residiert der Blues Das historische Gebäude in der Domgasse 5 verwandelt sich auch in diesem Jahr wieder in einen Blues-Stützpunkt. Eine Premiere im Haus der Musik Einer der wichtigsten Literaten Ös- terreichs, Peter Henisch, gilt auch durch sein musikalisches Schaf- fen als gefeierter Geheimtipp und wurde als der „wienerische Leo- nard Cohen“ bezeichnet. Nun, vor seinem 75. Geburtstag im August, veröffentlicht Henisch sein erstes Blues-Album seit über 15 Jahren. Die neuen Lieder wird er erstmals am Donnerstag, den 26.04., im modernen, fantastisch klingen- den Veranstaltungssaal im Haus der Musik präsentieren. Vielfalt der Genres Alle dem Blues entsprossenen Stilrichtungen wie Swing, Funk, Rock, Boogie und oder Jump ver- sammeln sich während des Vien- na Blues Spring, der somit nicht nur FreundInnen des„klassischen“ Blues ein fulminantes Programm bietet. Mit rund 300 MusikerInnen aus aller Welt liefert das sechswö- chige Festival ein breites Spekt- rum an musikalischen Angeboten. ViennaBluesSpring2018: Noch bis zum 30. April Der Frühling bringt wieder den Blues ins Haus der Musik und Mozarthaus Vienna

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