Das Wien - E-Book der aktuellen Ausgabe

DAS WIEN AKTUELL 19 E s ist sieben Uhr morgens und Sarah Scharf schaut aus dem Bullauge ihrer Kabine auf dem legendären Greenpeace-Schiff „Arctic Sunrise“. Was sie sieht ist beeindruckend: Umgeben von türkisem Wasser ragen weiße Eisberge vor ihr in die Höhe. Die 23-jährige Umwelt-Aktivistin aus Wien ist derzeit mit Green- peace auf einer Expedition am anderen Ende der Welt - in der Antarktis. Diese Welt aus Schnee und Eis gehört zu den extrems- ten Regionen auf unserem Pla- neten, mit mittleren Tempera- turen von bis zu -30°C imWinter und Stürmen, die über 300 km/h erreichen können. Trotz dieser widrigen Bedingungen strotzt die Antarktis vor Leben: Kaiser- und Adeliepinguine, Robben, viele Wal- und Vogelarten sowie zahlreiche andere Meeresbe- wohner haben hier ihre Heimat. Doch die Antarktis ist in Ge- fahr: Sowohl der Klimawandel, als auch die Fischerei-Industrie setzen ihr stark zu. Die Fischerei- Industrie hat es auf den winzi- gen garnelenartigen Krill ab- gesehen, der als Fischfutter in Aquakulturen und aufgrund sei- nes Omega-3-Gehalts nun auch immer mehr in Nahrungsergän- zungsmitteln eingesetzt wird. Das ist verheerend, denn Krill ist die Grundlage des gesamten antarktischen Nahrungsnetzes. Ohne Krill wird es auch keine Pinguine, Robben oder Wale mehr geben. Sarah Scharf, die aus Niederösterreich stammt und in Wien Lehramt studiert, will die Bedrohung der antark- tischen Tierwelt durch die in- dustrielle Fischerei nicht einfach hinnehmen: „Die Antarktis ist Heimat einzigartiger Tiere und von zentraler Bedeutung für al- les Leben auf unserem Planeten. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Fischerei-Industrie diesen kostbaren Lebensraum aus Pro- fitgier opfert.“ Mit Aktivistinnen und Aktivis- ten aus aller Welt ist Sarah vor Ort, um die Aktivitäten der Krill- Industrie zu dokumentieren und sich für das größte Schutzge- biet der Erde im antarktischen Weddellmeer einzusetzen. Es wäre rund 20 Mal so groß wie Österreich. Im Oktober besteht die historische Chance, dass die Antarktis-Kommission dieses Schutzgebiet beschließt. Welt- weit unterstützen bereits über 1,2 Millionen Menschen Green- peace bei diesem Vorhaben mit ihrer Stimme (hier geht es zur Petition: https://meeresschutz. greenpeace.at/antarktis) . Auch Sarah ist von ihrem Einsatz überzeugt: „Das Leben in der Antarktis ist in Gefahr. Nur die Errichtung eines großflächigen Meeresschutzgebiets im antark- tischen Weddellmeer kann die Fischerei-Industrie davon abhal- ten, in diesem sensiblen Ökosys- tem nach Krill zu jagen.“ Greenpeace-Report: Wiener Aktivistin kämpft für den Lebensraum von Pinguinen Umweltschutzorganisation fordert Meeresschutzgebiet in der Antarktis, um die Ausweitung der Fischerei-Industrie zu verhindern. Umweltaktivistin Sarah Scharf Krill Fischerei bedroht die gesamte antarktische Tierwelt Fotos: Paul Hilton/Greenpeace Ohne Krill wird es auch keine Pinguine, Robben oderWale geben. Online-Petition: https://meeresschutz.greenpeace.at/antarktis

RkJQdWJsaXNoZXIy NDYxMjE=