Das Wien - E-Book der aktuellen Ausgabe

DAS WIEN AKTUELL 16 D ie Tatsache, dass die Wiener FPÖ unter ihrem Vizekanzler Heinz Chris- tian Strache einen guten Teil der Regierungsmannschaft samt Mitarbeitern stellt, zog auch eine Reihe von Personalrochar- den an der blauen Rathausspitze mit sich. Der 35-jährige Dominik Nepp folgte Johann Gudenus als Vizebürgermeister, mit dem bis- herigen Stadtrat und Kommuni- kationschef Toni Mahdalik ist ein erfahrener Stadtpolitiker neuer Klubobmann. Wir sprachen mit den beiden über ihre Pläne für Wien. Das Wien: Ist der Preis der Regie- rungsbeteiligung nicht eine per- sonelle Schwächung der Wiener FPÖ? Dominik Nepp: Ganz im Ge- genteil. Mit HC Strache als Vizekanzler und insbe- sondere auch unserem Johann Gudenus als Klubobmann im Natio- nalrat profitieren wir jetzt von einer exzellenten Ge- sprächsbasis zur Bundes- regierung. Die werden wir zum Vorteil aller Wiene- rinnen und Wiener nutzen. Und wie alle mitbekommen haben, sind die perso- nellen Weichen- stellungen bei uns – ganz im Gegenteil zur Häupl- SPÖ – pro- f e s s i on e l l und völlig unspekta- kulär er- folgt. Toni Mahdalik: Das beweist, dass die FPÖ einfach eine breite Personaldecke mit hervorragen- den Persönlichkeiten hat. Auch im Bereich der Mitarbeiter und Fachexperten, die ihren Beitrag zum Erfolg leisten. Das Wien: Strache, Gudenus oder Nepp – in Wien wird ja spätestens 2020 gewählt. Wer wird denn jetzt Spitzenkandidat? Strache selbst hat ja eine Kandidatur auch nicht ausgeschlossen. Nepp: Die Frage stellt sich jetzt überhaupt nicht. Aber dass un- ser HC Strache, der bekanntlich ja auch Wiener Landesparteiob- mann ist, immer auch unsere Gallionsfigur sein wird, kann ja niemanden überraschen. Das Wien: Mit der Regierung auf Bundesebene – wird jetzt auch die Wiener FPÖ staatsmännischer und sanfter werden? Mahdalik: Als Klubobmann der mit Abstand stärksten Oppositi- onspartei in Wien kann ich diese Frage ganz klar beantworten: Die Österreicher haben bei den Nationalratswahlen ganz klar Veränderung und neue Politik gewählt. Diese Veränderung braucht auch Wien und damit ein Ende dieser rot-grünen Ko- alition, die aus zwei Parteien besteht, die in eigenen Reihen völlig zerstritten sind und über- haupt nichts weiterbringen. Nepp: Wir werden dank unse- rer Stärke mit drei Stadträten und 34 Abgeordneten vor al- lem auch unsere umfassenden demokratischen Kontrollrech- te voll ausschöpfen. Von der Einsetzung von Untersu- chungsausschüssen über die Einschaltung des Rechnungshofes bis zur Anrufung von Höchst- gerichten. Das Wien: Nun ist ja be- kannt, dass die Freiheitli- chen in erster Linien kriti- sieren. Aber haben Sie auch Zukunftspläne für diese Stadt? Nepp: Es ist kei- neswegs so, dass wir nur kritisie- ren. In v i e l e n Fragen waren wir immer auch Vorden- ker und Vorreiter. Dank der frei- heitlichen Handschrift im Re- gierungsprogramm geschieht aktuell auch sehr viel. Ich erin- nere an die Deutschklassen als Basis für Integration, die bun- desweite Anpassung und finan- zielle Kürzung der Mindestsiche- rung für Zuwanderer oder die massive steuerliche Entlastung für österreichische Familien und geringere Einkommen. Das stärkt die Kaufkraft, die Wiener Wirtschaft und schafft neue Ar- beitsplätze. Mahdalik: Und Zukunftspläne haben wir inWien im Gegensatz zum amtsmüden Bürgermeister und seiner nur mit sich selbst beschäftigten Mannschaft ge- nug. Mit der von uns einberufe- nen Untersuchungskommission zumMilliardengrab „Wien kann mehr. Aber nur mit uns.“ Neues freiheitliches Selbstvertrauen auch in Wien. Nach den durch die Erfolge auf Bundes- ebene ausgelösten Personalrochaden drängt auch die Rathaus-FPÖ in die Regierung. Ein Exklusiv-Interviewmit dem neuen Vizebürgermeister und dem neuen Klubobmann. Neuer FPÖ- Vizebürger- meiser: Dominik Nepp Neuer Klubobmann: Anton Mahdalik

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