Das Wien - E-Book der aktuellen Ausgabe

WIEN AKTUELL 12 D er bekannte Spruch„am 32. Dezember ist es zu spät“ gilt natürlich auch für ge- wisse Maßnahmen imZusammen- hang mit der Steuer. Die nachfol- genden Tipps sollen einen kurzen Überblick darüber geben. Gewinnfreibetrag Der Gewinnfreibetrag (kurz GFB) im betrieblichen Bereich steht allen natürlichen Personen bzw. Personengesellschaften unabhän- gig von der Gewinnermittlungsart zu und beträgt bis zu 13% des Ge- winns, aber maximal € 45.350,00 pro Jahr unter der Voraussetzung, dass gewisse begünstigte Investi- tionen imBetrieb getätigt werden. Der Gewinnfreibetrag ist wie folgt gestaffelt: • Gewinn bis € 175.000,00 13 % • Gewinn zwischen € 175.000,00 und € 350.000,00 7 % • Gewinn zwischen € 350.000,00 und € 580.000,00 4,5 % Dazu ein kurzes Berechnungs- beispiel: bei einem Gewinn von € 220.000,00 steht somit ein Ge- winnfreibetrag von 13 % von € 175.000,00 und von 7 % von € 45.000,00 zu, insgesamt somit € 25.900,00. Bis zu einem Jahresgewinn von € 30.000,00 steht ein Grundfreibe- trag von 13 %, max. € 3.900,00 (= 13% von € 30.000,00) automatisch zu, d.h. bis zu dieser Gewinnhöhe ist keine Investition erforderlich. Bei Gewinnen über € 30.000,00 kommt dann der sogenannte in- vestitionsbedingte Gewinnfreibe- trag in oben genannter gestaffel- ter Höhe zum Tragen. Als Investitionen kommen unge- brauchte, abnutzbare körperliche Wirtschaftsgüter mit einer Nut- zungsdauer von mindestens 4 Jahren (z.B. Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, LKW, EDV etc.) oder bestimmte Wertpa- piere in Frage. Der Gewinnfreibe- trag steht in diesem Fall zusätzlich zur Abschreibung zu. Die Beschränkung auf den be- günstigten Ankauf von Wohn- bauanleihen ist Ende 2016 wieder gefallen, somit steht wieder ein breiteres Angebot zur Verfügung. Fragen Sie Ihre Bank über das ak- tuelle Angebot! Diese Wertpapiere müssen ab dem Anschaffungszeitpunkt min- destens 4 Jahre als Anlagever- mögen gewidmet werden. Sollte es zu einem vorzeitigen Verkauf der Wertpapiere kommen, so ist der damalige Steuervorteil nach- zuversteuern, außer es wird wie- derum in begünstigtes Anlage- vermögen (Betriebsausstattung) investiert. Unter Fortführung obigen Bei- spiels bedeutet dies, dass vom gesamten Gewinnfreibetrag von € 25.900,00 ein Teilbetrag von € 3.900,00 auf den Grundfreibe- trag entfällt. Hinsichtlich des Dif- ferenzbetrages von € 22.000,00 sind daher Investitionen in der genannten Form erforderlich, um den Gewinnfreibetrag maximal ausnutzen zu können. Bei Betriebsausgabenpauschalie- rung kann jedoch nur der Grund- freibetrag angesetzt werden. Spenden aus dem Betriebsvermögen Die Liste der begünstigten Spen- denempfänger findet sich auf der homepage des Finanzministeri- ums. Spenden aus dem Betriebs- vermögen an die dort genannten Empfänger sind bis maximal 10% des Gewinns des laufenden Wirt- schaftsjahres steuerlich absetzbar. Als Obergrenze gilt der Gewinn vor Berücksichtigung des Gewinn- freibetrags. Damit derartige Spen- den noch im Jahr 2017 abgesetzt werden können, müssen sie bis spätestens 31.12.2017 geleistet werden. Beantragung der Registrierkas- senprämie iHv € 200,00 Bis zum 31.03.2017 musste unter gewissen Voraussetzungen eine manipulationssichere Registrier- kasse angeschafft haben. Dafür kann eine Prämie von € 200,00 (und zusätzlich € 30,00 je weiterer Eingabestation) mit dem Formular E 108c beantragen werden. Die Anschaffungskosten der Re- gistrierkassa sind sofort als Be- triebsausgabe in voller Höhe absetzbar. Die Prämie stellt keine Betriebseinnahme dar. Weihnachtsgeschenke bis maxi- mal € 186,00 jährlich steuerfrei (Weihnachts-)Geschenke an Ar- beitnehmer sind innerhalb ei- nes Freibetrages von € 186,00 jährlich lohnsteuer- und sozial- versicherungsfrei, wenn es sich um Sachzuwendungen handelt (z.B. Warengutscheine). Geldge- schenke sind jedoch immer als steuerpflichtiger Lohn/Gehalt zu behandeln, wodurch Steuer- und Sozialversicherungspflicht ein- tritt. Betriebsveranstaltungen (z.B. Weihnachtsfeiern) bis € 365,00 pro Arbeitnehmer steuerfrei Für die Teilnahme an Betriebs- veranstaltungen (z.B. Betriebs- ausflug, Weihnachtsfeier) gibt es pro Arbeitnehmer und Jahr einen Steuerfreibetrag von € 365,00 zusätzlich zu den steuerfreien Geschenken. Sämtliche Veranstal- tungen eines Jahres sind zusam- menzurechnen und nur bis zum genannten Höchstbetrag steuer- frei. Sollten die Veranstaltungen diesen Höchstbetrag in einem Jahr übersteigen, so tritt ebenfalls wieder Steuer- und Sozialversi- cherungspflicht ein. Kinderbetreuungskosten: € 1.000,00 Zuschuss des Arbeitgebers sind steuerfrei Leistet der Arbeitgeber für alle oder bestimmte Gruppen seiner Arbeitnehmer einen Zuschuss für die Kinderbetreuung, dann ist die- ser Zuschuss bis zu einem Betrag von € 1.000,00 jährlich pro Kind bis zum zehnten Lebensjahr von Lohnsteuer und SV-Beiträgen be- freit. Voraussetzung ist, dass dem Ar- beitnehmer für das Kind mehr als sechs Monate im Jahr der Kinder- absetzbetrag gewährt wird. Der Zuschuss muss vom Arbeitgeber direkt an eine institutionelle Kin- derbetreuungseinrichtung (z.B. Kindergarten), an eine pädago- gisch qualifizierte Person oder in Form eines Gutscheins einer insti- tutionellen Kinderbetreuungsein- richtung geleistet werden. Die Auszahlung an den Arbeit- nehmer führt wiederum zu einem steuer- und sozialversicherungs- pflichtigen Bezug. Steuertipps zumJahresende Tipps vom Steuerprofi Steuerberater Mag. PeterWeitzel peter@weitzel-steuerberatung.at Foto: © Helga Rader

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