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Russischer Botschafter Dmitrij Ljubinskij
© Richard Pobaschnig

Interview | Politik

„Wir erwarten von Großbritannien zumindest eine Entschuldigung!“

„Das Wien“- Interview mit dem russischen Botschafter Dmitrij Ljubinskij. Er weist alle Anschuldigungen in der Affäre Skripal scharf zurück.

Der russische Botschafter Dmitrij Ljubinskij spricht von gezielter antirussischer Propaganda in vielen westlichen Medien, lobt die gute Zusammenarbeit mit Österreich, ortet schamlose, unhaltbare Vorwürfe aus Großbritannien und sieht in Wien einen verlässlichen Partner seines Heimatlandes. Ein Gespräch über aktuelle Geschehnisse mit politischen und wirtschaftlichen Hintergründen.

Das Wien: Wie lange sind Sie schon russischer Botschafter in Wien und was gefällt Ihnen an der österreichischen Bundeshauptstadt?
Dmitrij Ljubinskij: Ich bin seit August 2015 Botschafter in Wien und diese schöne Stadt ist nicht neu für mich. Vor mehr als zehn Jahren war ich schon Gesandter in unserer diplomatischen Mission in Österreich. Wiens Reichtum sind vor allem die Menschen.

Das Wien: Haben Sie das Gefühl, dass westliche Medien oftmals bewusst einseitig über Russland berichten? Und wenn ja, warum?
Ljubinskij: Es ist eigentlich kein Gefühl, sondern ein von unzähligen Fakten mehrmals bestätigtes Wissen. Eine antirussische Propagandakampagne wird in vielen westlichen Medien gezielt und konsequent gut finanziert durchgeführt. So etwas wird heutzutage als «strategische Kommunikation» getarnt. Das Wichtigste ist sich daran zu erinnern, dass Russland nicht das eigentliche Objekt dieser Kampagne ist. Es sind die Medienkonsumenten hier, EU-Bürger, die man versucht zu manipulieren und zu beeinflussen. Warum das gemacht wird? Anscheinend weil es einflussreiche Kräfte gibt, die von einer möglichen Annäherung der EU und Russlands nicht begeistert sind.

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