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Gerald Pichowetz
© Adrian Batty

Kultur

Vorhang auf
Von Gerald Pichowetz

Hut ab ...

Sie kennen das? Im Kino oder im Theater sitzt jemand in der vorderen Reihe – die bestens gekleidete Dame trägt einen englischen Hut. Oder ein überproportional gewachsener Herr hat genau jene Karte gekauft, mit der er seine Anwesenheits-Berechtigung ausgerechnet für den Platz vor Ihnen bezieht. Oder eine Frau mit einer übergroßen teuren Frisur. Wenn Sie Pech haben, sitzen ausgerechnet zwei solcher Menschen vor Ihnen und versperren gnadenlos die Sicht auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Was also machen? Die Handlung verpassen oder als „Hörbuch“ erleben? Es wäre in der Tat nicht schicklich, einer Besucherin den eleganten Hut vom Kopf zu schlagen. Das verbietet schon eine gute Erziehung. Aber es gibt Möglichkeiten, die vermutlich alle Besucher verstehen. Vielleicht tauschen Sie einfach den Sitzplatz mit einem Nachbarn, der aufgrund seiner körperlichen Beschaffenheit kein Problem hat, über den „Vorsitzenden“ zu blicken. Freilich kann das wiederum jene Personen treffen, die hinter Ihnen die spannende Handlung verfolgen. Was noch bleibt? Eine kurze Frage, ob die betreffende Person nicht doch ausnahmsweise die Kopfbedeckung während der Vorstellung herunternehmen könnte – und die Wahrheit: Weil Sie eben sonst wenig sehen. Bei einer hohen Frisur wird so ein Unternehmen schon schwerer, bei einer ziemlich groß gewachsenen Person bleibt manchmal nur ein Sitzplatz-Tausch. Im Falle des Falles sollte man sich an das Kino- oder Theaterpersonal wenden, damit eine rasche Lösung gefunden werden kann. Mit Freundlichkeit erreicht man (frau) aber viel.

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