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Harald Raffer

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Im Zeitraffer

In Gottes Namen….

Bischof Alois Schwarz hat sich seine feierliche Amtseinführung als neuer Oberhirte von St. Pölten sicher anders vorgestellt – ohne negative mediale „Begleitmusik“. Der gebürtige Niederösterreicher war seit dem Jahre 2001 Bischof von Gurk-Klagenfurt und löste kürzlich seinen Vorgänger Klaus Küng ab. Der gelernte Mediziner Küng stand als unerschütterlicher Opus Dei-„Kämpfer“ oftmals durch provokante Aussagen in der öffentlichen Kritik. Und das „Werk Gottes“ gilt für Insider ohnehin als eine Art Sekte innerhalb der katholischen Kirche – mit Selbstgeißelungen und kruden Verschwörungstheorien. Dem frisch gekürten Oberhirten Schwarz hingegen wurden in einem Magazin ausgerechnet vor dem Amtsantritt in seiner Heimat angebliche Verfehlungen im Süden vorgeworfen. „News“ schrieb von „Macht, Intrigen, Affären und Doppelmoral“. Die meisten der Vorwürfe waren allerdings nicht neu, kursierten bereits jahrelang als Gerüchte. Und ja – mit dem ziemlich „geerdeten“ Gottesmann Schwarz hatten einige abservierte Kirchenmanager noch eine Rechnung offen. Es wird mitunter auf die „persönliche Beziehung zu zwei Frauen“ hingewiesen. Das Engagement eines Ex-Geheimdienstchefs kam in der Kärntner Diözese ebenso nicht gut an, wie das angebliche Schweigen über Kirchenmänner, die es mit Zölibat und Jugendschutz nicht so genau genommen haben sollen. An einigen Vorwürfen gegen den stets souverän auftretenden Wirtschaftsexperten Schwarz könnte doch etwas „dran“ sein, revidierte doch die neue provisorische Kärntner Kirchenleitung blitzschnell wichtige Personalentscheidungen des leidenschaftlichen Jägers. Der 18. Bischof der Diözese St. Pölten dementierte zwar die Vorwürfe, besonders hilfreich war das aber nicht. Es ähnelt einer Schwarz-Weiß-Malerei. Die Diözese St. Pölten sorgte schon in der Vergangenheit immer wieder für Aufsehen, etwa durch den mittlerweile verstorbenen Bischof Krenn und dessen konservativ gestrickten Äußerungen.

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