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Harald Raffer

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Im Zeitraffer

Kein Brutkasten

Sie kennen die „Brutkastenlüge“? Dabei handelt es sich um eine als Tatsache verbreitete Lüge, dass irakische Soldaten bei der Invasion Kuwaits im Jahre 1990 kuwaitische Frühgeborene getötet hätten. Angeblich hätten die Soldaten Babys aus Brutkästen gerissen und sie auf den Boden geworfen. Dies wurde von einer jungen Mutter im US-Kongress unter Tränen erzählt. Diese von Medien ungeprüft übernommene Aussage hatte wesentlichen Einfluss auf die Notwendigkeit eines militärischen Eingreifens zugunsten Kuweits durch die USA. Erst nach der US-Intervention stellte sich die rührselige Geschichte als Erfindung der amerikanischen PR-Agentur Hill & Knowlton heraus. Diese war mit 10 Millionen Dollar von der kuwaitischen Exil-Regierung für diesen „PR-Gag“ bezahlt worden. Selbst Amnesty International fiel auf den Schmäh herein. Das ist ein Beispiel für gezielte Medienmanipulation und Desinformation. Heute würde man Fake-News sagen. Wir wissen also längst nicht, wer in einem Konflikt die Wahrheit sagt, etwa beim inszenierten Mord am Journalisten Babtschenko in der Ukraine. Und die Auseinandersetzung zwischen Großbritannien und Russland in der Affäre um den Doppelagenten Skripal zeigt, dass beide Staaten mit ihren Argumenten und Gegen-Argumenten recht haben könnten. Der britische Botschafter Leigh Turner fand in „Das Wien“ scharfe Worte an den Kreml, der russische Botschafter Dimitrij Ljubinskij verlangt hingegen eine Entschuldigung Großbritanniens für diese „ungeheuerlichen Vorwürfe“.

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