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Dompfarrer Toni Faber

Anstöße
Von Dompfarrer Toni Faber

Alltagsphänomen Gewalt

Noch immer genieße ich es, von woher auch immer in die Innenstadt zurück zu kommen und die Silhouette des Stephansdomes zu erspähen – ob von der Reichsbrücke, der Josefstädterstraße oder vom Donaukanal aus.

Natürlich gibt es in unserer wunderschönen Innenstadt noch andere attraktive Landmarks wie das Rathaus oder den Ringturm. Seit einigen Jahren nützt der rührige Vorstandsvorsitzende der Wiener Städtischen, Günter Geyer, den Ringturm mit seiner riesigen Außenfläche als Stadtgalerie. Zurzeit ist dort das insgesamt 4.000 Quadratmeter große Kunstwerk des weltberühmten zeitgenössischen Künstlers Gottfried Helnwein „I saw this“ zu sehen: ein junges Mädchen mit einer automatischen Schusswaffe im Anschlag und eine 3D-Manga-Figur vor einer explodierenden brennenden Stadt.

Helnwein will mit der Darstellung von Gewalt nicht verstören, sondern aufrütteln und dem Gefühl der Hilfslosigkeit entgegen wirken. Für ihn ist Kunst, die sich mit dem Schrecklichen auseinandersetzt, ein Beitrag zur Hoffnung. Sie soll Menschen mit den oft schwierigen Bedingungen ihrer Existenz versöhnen. Sie möchte ein Anstoß sein, darüber nachzudenken, wie erschütternd nahe Kinder einerseits die Last der Gewalt und des Krieges zu tragen haben und wie viele sich andererseits – oft sehr unbedacht – in Computerspielen mit den gewaltvollen Kriegswirklichkeiten beschäftigen.

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