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Unsere „Zutaten“ für die Leser

Unabhängig, parteifrei und informativ – das sind die drei großen „Zutaten“, aus denen „Das Wien“ besteht. Deshalb drucken wir stets unsere Meinung und die Ansichten unserer Leserinnen und Leser. Und wir klopfen, wenn es nötig erscheint, den Mächtigen ordentlich auf die Finger. Auch diese Aufgabe ist sicher lesenswert. So kritisiert der britische Botschafter Leigh Turner in „Das Wien“ mit ungewöhnlich scharfen Worten die Kremlführung, die nach seinen Angaben Überläufer auf britischem Boden zum Schweigen bringt. Der Wiener SP-Stadtrat Jürgen Czernohorsky zeigt „null Toleranz“ gegenüber Moscheen-Kinder-Kriegsszenen und bezeichnet Michael Häupl als sein politisches Vorbild. Johann Gudenus, FP-Klubobmann im Parlament, erklärt seine kritischen Worte an die Adresse von Georg Soros. Und FP-Infrastrukturminister Norbert Hofer zeigt sich von der bisherigen Zusammenarbeit mit der VP begeistert. Er lobt Kurz und Blümel. Kurz gilt in Insiderkreisen als „Erfindung“des einflussreichen Ex-Raiffeisen-Chefs Christian Konrad und als „politischer Ziehsohn“ von Ex-Kanzler Wolfgang Schüssel, dem er das Schweigen in bestimmten Situationen abgeschaut haben dürfte.

Die Wiener Wahl wirft bereits ihre langen Schatten voraus – egal ob sie vorgezogen wird oder nicht. Häupl-Nachfolger Michael Ludwig will am 14. Mai sein neues Stadtsenats-Team aus dem Hut zaubern. Schon zuvor haben einige Räte„brav“ abgedankt, wie zuletzt Ablösekandidat Christian Oxonitsch. Wenige Tage später soll Ludwig zumindest mit den Stimmen der SP und der Grünen zum neuen Bürgermeister gekürt werden. Das Abstimmungsverhalten könnte spannend werden.

Bei der Volkspartei dürfte Gernot Blümel, der derzeit als Minister punktet, in der Bundeshauptstadt an den Start gehen. Der EU-Rats-vorsitz Österreichs ist dabei sicher hilfreich. Und bei den „Blauen“? Da wird noch spekuliert, ob H.C. Strache oder etwa Klubchef Gudenus um die Rathaus-Spitze rittern. Eine Entscheidung mit tiefgreifenden Folgen für diese Regierungspartei. Wer bei den Grünen antritt, scheint keine Rolle zu spielen. Die bisherige Vizebürgermeisterin Vassilakou hat jedenfalls nicht die besten Karten. Schon gar nicht in der eigenen Partei. Und die Neos dürften bei dieser „Wahlschlacht“ keine sonderliche Rolle spielen. So gesehen ist für Spannung gesorgt – in der Wiener und in der Bundespolitik.

Heinz Knapp,
Herausgeber


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